Senioren und Corona: ein Spagat zwischen Schutz und kompletter Isolation

Seit die Corona-Pandemie Deutschland erreicht hat, hat sich das tägliche Leben ziemlich verändert. Aufpassen heißt nun die Devise. Das bedeutet Masken tragen, Abstand halten etc. Im Zuge all dieser Maßnahmen wurde von Seiten der Regierung erklärt, dass insbesondere Seniorinnen und Senioren eine Risikogruppe darstellen. Dies wirft die Frage auf, wie ältere Menschen mit dem Coronavirus umgehen.

Isolation und „Quarantäne“ und das Internet als Lösung?

Da Seniorinnen und Senioren von der ersten Stunde an als Corona-Risikogruppe eingestuft worden sind, stand der Schutz von älteren Menschen vor dem Coronavirus im Vordergrund. Die bekannte Folge war die Isolierung von Seniorinnen und Senioren in einer Art freiwilliger Quarantäne, zumindest in Bezug auf Besuche von Freunden und Familienangehörigen. Wie die Betroffenen damit umgegangen sind bzw. heute – in (noch) lockereren Zeiten – damit umgehen, ist unterschiedlich und hängt von der persönlichen Lebenssituation ab.

Um den Spagat zwischen Schutz vor dem Coronavirus (Isolation) und der Teilhabe am familiären bzw. gesellschaftlichen Leben zu überbrücken, wird oft das Internet als Lösung genannt. Ob dieses zutrifft – dieser Frage ist der Digital-Branchenverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage unter Seniorinnen und Senioren nachgegangen, deren Ergebnisse im August 2020 veröffentlicht wurden. Zentrales Ergebnis ist, dass sich der Anteil von Personen ab 65, die das Internet nutzen, von Januar 2020 auf Juli 2020 nur um einen Prozentpunkt, nämlich auf 49 Prozent, erhöht hat. Unter diesen Onlinern hat sich jedoch der Anteil jener Personen, die Videotelefonie nutzen, im gleichen Zeitraum deutlich erhöht (von 31 Prozent im Januar auf 40 Prozent im Juli). Ist das Internet nun aber des Pudels Kern? Für jene Seniorinnen und Senioren, die zu den Onlinern gehören, lässt sich diese Frage durchaus mit „ja“ beantworten. Denn für mehr als die Hälfte dieser Seniorinnen und Senioren (58 Prozent) war das Internet eine Hilfe, die Corona-Krise besser zu meistern.

Was bewegt Seniorinnen und Senioren in Zeiten der Corona-Pandemie?

Mit dieser Fragestellung hat sich eine Studie, die am Tag der Senioren (21. August 2020) veröffentlicht worden ist, beschäftigt. Im Rahmen der repräsentativ quotierten Studie, die von der Gesellschaft für Immobilienverrentung (DEGIV) in Auftrag gegeben wurde, sind mehr als 1.000 Seniorinnen und Senioren im Mai und Juni 2020 befragt worden. Angst und Verunsicherung, erzeugt durch das Coronavirus, beeinflussen ein gutes Viertel der Seniorinnen und Senioren. Jeder dritte Befragte hat vermehrt über die Themen Sterblichkeit, Tod und Endlichkeit nachgedacht. Dazu gehört auch die Frage, was mit ihrem Erbe passiert. Ein knappes Fünftel der befragten Seniorinnen und Senioren haben ihr Konsumverhalten der Corona-Pandemie bereits angepasst bzw. haben vor, dieses Corona-bedingt zu ändern. Außerdem halten rund ein Fünftel der Seniorinnen und Senioren Bargeldreserven nun für wichtiger als vor Corona.

Seniorinnen und Senioren als Risikogruppe

Nach Angaben des Robert Koch Instituts (Stand: 7. August 2020) liegt der Altersmedian in Deutschland bei 49 Jahren. Unter den Corona-Erkrankten beträgt der Anteil über 50-Jähriger 47,6 Prozent. Hinzu kommt, dass bei älteren Personen häufiger schwere Corona-Krankheitsverläufe beobachtet worden sind. So waren 86 Prozent der Personen, die in Folge des Coronavirus gestorben sind, mindestens 70 Jahre alt. Ebenfalls wurden schwere Corona-Krankheitsverläufe bei Personen beobachtet, die an Vorerkrankungen leiden, die gemeinhin älteren Menschen zugerechnet werden, wie zum Beispiel Erkrankungen des Herz-Kreislauf-System ( z.B.: Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen), chronische Lungenerkrankungen (z.B.: COPD) oder Diabetis mellitus.

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